Texte

Allein und wehrlos
Aus den Fugen
Brandstifter
F#ck dich, Steuervorteil
Geisterbar
Höchste Zeit
Hubschraubermanager
Mit nichts in der Hand
Nachverdichtung im Diplomatenviertel
Nur noch dieses Reel
Paranoia ist kein Beruf
Susanne Klatten
Tanz auf dem Vulkan
Was du nicht kriegst

Allein und wehrlos

Da sind sie wieder seit zwei Stunden
Vorgestern waren sie auch schon hier
Sie drehen drohend ihre Runden
Und finden, das sei ihr Revier

Bomberjacken in den Gassen
Sie sind so stolz, deutsch zu sein
Deutsch zu sein heißt für sie hassen
Und diesen Hass fängt niemand ein

Menschen, die nicht von hier stammen
Werden schamlos schikaniert
Heute braut sich was zusammen
Das Opfer ist schon anvisiert

Bleib‘ jetzt bei mir
Lass mich nicht allein und wehrlos sein

Der blonde Führer der Teutonen
Kommt zu mir und baut sich auf
Der hat nicht vor, mich zu verschonen
Die Menge ist gespannt darauf

Er sagt, ich hätte ihn beleidigt
Zu einer Antwort kommt er nicht
Als hätte er sich bloß verteidigt
Trifft seine Faust in mein Gesicht

Bleib jetzt bei mir
Lass micht nicht allein und wehrlos sein

Ein dumpfer Schmerz am Kopf, ich falle
Die Menge klatscht spontan Applaus
Wenn nichts passiert, macht der mich alle
Und dann gehen die Lichter aus

Hast du mich hier rausgezogen?
Ist das Blut an meinem Kinn?
Der Schmerz lässt nach, ist bald verflogen
Die Angst steckt lang‘ noch in mir drin

Bleib jetzt bei mir
Lass mich nicht allein und wehrlos sein

Aus den Fugen

Ich kam aus meinem Traum
Du warst ganz nah bei mir
Da kannten wir uns kaum
Du erzähltest mir von dir

Und du sagtest: „Die alten Geschichten
sind viel schöner als die modernen
wo die Götter noch über uns richten
Denn was wird, steht allein in den Sternen!“

Wenn die ganze Welt
Aus den Fugen fällt
Dich zu Boden reißt
Dass du nichts mehr weißt…

Wir folgten einer Spur
Wohin war nicht zu sehen
Ich schaute auf die Uhr
Ich sagte: „Jetzt musst du gehen!“

Aber du wolltest einfach nicht müssen
Ein Augenblick so begehrlich
Und du begannst mich zu küssen
Es war genauso schön wie gefährlich

Wenn die ganze Welt…

Und ich finde die alten Geschichten
sind viel schöne als die modernen
Wo die Götter stolz über uns richten
Denn was wird steht allein in den Sternen

F#ck dich, Steuervorteil

Der Mann mit den Paketen ist nach dem Tag K.O.
Sein Chef spielt mit Raketen, der will die Welt auch so
Zu wenig Lohn zum Leben trotz Arbeit Tag und Nacht
Wirklich reich wird nur, wer selbst die Regeln macht

Milliardäre tun, als ob sie kein Gesetz tangiert
Gigantische Vermögen, das heißt, die Menschheit wird
Von Elon Musk, Jeff Bezos und Zuckerberg geleimt
Die sind so eklig, dass sich nicht einmal was auf sie reimt

Für Schulden und Verluste steht die Gemeinschaft ein
Den Profit bekommen, die schon reich sind, ganz allein
Um nur nichts abzugeben, gestalten sie geschickt
Ihren Steuervorteil von ganz oben abgenickt

F#ck dich, Steuervorteil – wem gehört die Welt?
F#ck dich, Steuervorteil – erstickt an eurem Geld!

Was ihr wissen solltet, wenn ihr Luxus liebt:
Reichtum ist nur möglich, weil es Armut gibt
Die dicken Schecks sind immer durch Not und Leid gedeckt
Wer sie einlöst, sagt: ich finde Ausbeutung korrekt

Die Ungleichheit ist riesig und täglich wächst sie an
Das geht nur, weil vom Ärmsten der Reiche stehlen kann
Es ist nicht mal verboten, dass er uns bescheißt
Weil der größte Diebstahl „Steuervorteil“ heißt

F#ck dich, Steuervorteil – wem gehört die Welt?
F#ck dich, Steuervorteil – erstickt an eurem Geld!

Aus Jets und von Yachten schauen sie auf uns mit Spott
Und planen schon das nächste Milliardärskomplott

F#ck dich, Steuervorteil – wem gehört die Welt?
F#ck dich, Steuervorteil – erstickt an eurem Geld!

Brandstifter

Zuerst waren sie nur peinlich, von allen unterschätzt
Wie sehr sie uns bedrohen, sehen wir vielleicht erst jetzt
Sie hetzen, die nichts haben, gegeneinander auf
Brutalen Lynchmord nehmen sie hämisch mit in Kauf

Sie schüren die Verlustangst um Status, Auto, Job
Mit unerhörten Lügen füttern sie den Mob
Sie legen bloß die Lunte, die zünden andere an
Geschickt, wenn man die Hände in Unschuld waschen kann, denn…

Brandstifter ziehen übers Land
Wer schweigt und wegschaut, gibt denen freie Hand
Brandstifter ziehen übers Land
Wenn wir sie lassen, ist bald alles abgebrannt

Die sind nicht Volkes Stimme und auch kein Stück normal
Gekauft von Milliardären, bis auf die Knochen unsozial
Du hoffst, bald sehen alle: Die Brandgefahr ist groß
Doch manche sind geblendet und viele teilnahmslos

Sie sind der Wolf im Schafspelz, tun auch mal ‚lieb‘ zum Schein
Die lassen sich nicht zügeln, die wickelt keiner ein
Die ‚bürgerlich‘ sich nennen, folgen Schritt für Schritt
Die geben noch Geleitschutz und zündeln täglich mit

Brandstifter ….

Der rechtsextreme Funke ist lange schon entfacht
Der glimmt und er befeuert ihre Gier nach Macht
Vor ihren Fackeln schützt uns keine Feuerwehr
Wir müssen selber löschen, da hilft kein anderer mehr

Brandstifter…

Nie wieder – nie wieder ist jetzt!

Geisterbar

Er weiß, wenn er jetzt anfängt, muss er weitertrinken, bis er schlafen geht
In der Geisterbar, wo hinter jedem Glas sofort ein volles steht
Ist er jeden Tag zu finden, obwohl er weiß, dass ihn das zerstört
Doch er wüsste keinen anderen Ort, an den er wirklich hingehört

Alles wird ganz leicht
Was hart ist aufgeweicht
Whisky, Wodka, Gin – alles schwebt dahin
In der Geisterbar…

Er trinkt um zu vergessen, bis er selbst das Vergessen vergisst
Ist die Flasche erst geöffnet, trinkt er weiter, bis kein Schluck mehr darin ist
In der Geisterbar Gestalten, denen er offenbar ganz gut gefällt
Sie halten ihn für einen, für den er sich selbst schon lange nicht mehr hält

Alles wird ganz leicht…

Er achtet darauf, wie er riecht und dass er schweigt, bevor er lallt
Immer liegt ein Glanz auf seiner Stirn, ein Film aus Schweiß, ganz kalt
Er ist geübt im Taumeln, trotzdem kommt er manchmal aus dem Tritt
Und übergibt sich unauffällig, davon kriegt niemand etwas mit
Er fängt jetzt an und er trinkt weiter, bis er schlafen geht
In der Geisterbar, wo hinter jedem leeren Glas sofort ein volles steht

Alles wird ganz leicht…

Höchste Zeit

Sie strömen her von allen Seiten – die Menge pöbelt, grölt und schreit
Wer’s vorher noch nicht war, wird’s hier: rechtsextrem, gewaltbereit
Runen, Fahnen, Codes, Symbole – der Mob belagert jetzt den Ort
Berauscht sich an der eigenen Dumpfheit – von selbst gehen die hier nicht mehr fort

Es ist höchste Zeit, aufzupassen
Sie die Grenze spüren zu lassen
Es ist höchste Zeit, höchste Zeit
Höchste Zeit, höchste Zeit…

Was anders ist, wollen sie zertreten – sie suhlen sich in ihrer Wut
Sie drohen, hetzen, schwingen Fäuste: Menschenjagd aus Übermut
Dass da Nazis sind, sieht jeder – nur der Staatsschutz stellt sich blind
Kein Wunder, dass auch Polizisten selbser oft bei denen sind

Es ist höchste Zeit, zu erkennen
Dass die uns bald überrennen
Es ist höchste Zeit, höchste Zeit
Höchste Zeit, höchste Zeit…

Sie inszenieren sich selbst als Opfer – sie haben gründlich einstudiert
Zuzuschlagen und zu tun als hätte man sie attackiert
Perfide kapern sie die Sprache – Vernunft wird als „Lüge“ abgetan
Brutale Selbstsucht nennt sich „Freiheit“
Als „Notwehr“ bricht Gewalt sich Bahn

Es ist höchste Zeit, aufzustehen
Der Terror darf nicht weitergehen
Es ist höchste Zeit, höchste Zeit
Der Terror darf nicht weitergehen…

Hubschraubermanager

Er hört sich gern reden, er schaut sich gern an
Im Spiegel und im TV
Er redet in Phrasen, er redet in Rätseln
Wovon weiß er selbst nicht genau

Er spricht von Visonen, er spricht von Missionen
Er meint nichts anderes als Geld
Druckreif zu lügen ist ihm ein Vergnügen
Denn so regiert man die Welt

Heute ist ein schöner Tag, ein Tag, wie er ihn mag
Denn der Helikopter steht für ihn bereit
Für den Hubschraubermanager, er ist der Hubschraubermanager…
Er fliegt nach Ost, er fliegt nach West
Glaubt, er sei besser als der Rest
Er fliegt nach Süd, er fliegt nach Nord
Hält lieber Aktien als sein Wort
Und er winkt uns voll Wohlwollen zu…

Der Kurs muss hinauf und die Kosten hinab
So verlieren ein paar Leute den Job
Soziale Verantwortung übt er am Sonntag
Er tut auch ganz gern mal als ob

Hauptsache ist doch, das Salär ist horrend
Goldene Fallschirme stehen schon bereit
Er weiß instinktiv, dass ihn viele verachten
Und er bildet sich ein, es sei Neid

Doch heute ist ein schöner Tag, ein Tag, wie er ihn mag
Denn der Helikopter wartet schon auf ihn
Auf den Hubschraubermanager, er ist der Hubschraubermanager…
Er fliegt nach Nord, er fliegt nach Süd
Er pflückt die Rose, bevor sie blüht
Er fliegt nach West, er fliegt nach Ost
Und ich wünsch‘ ihm die Krätze und Schüttelfrost
Doch er winkt uns voll Wohlwollen zu…

Mit nichts in der Hand

Von sich selber sagt er gerne, dass er gut angekommen sei
Oh, er liebt es zu gestalten – und fühlt sich kreativ dabei
Er öffnet lächelnd seine Post, der Schreibtisch ist gut aufgeräumt
Er ist bestens informiert und entscheidet selbst, wovon er träumt

Er hat alles schon gesehen
Er weiß, wie die Winde wehen
Nur ein Gefühl hat er nie gekannt:
Dazustehen mit nichts in der Hand

Er hat ’nen superguten Stuhlgang und einen Magen wie ein Pferd
Er weiß, wir man verdaut und dicke Brocken verzehrt
Er geht mit seinem Hund spazieren, eine Leine braucht er nicht
Weil das Tier ja ganz natürlich auf sein Charisma anspricht

Er hat alles schon gesehen…

Das Geländefahrzeug tankt er mit 80 Litern Freiheit voll
Er sitzt gern am Steuer, weil man ja mobil sein soll
Er hat Freunde in der Tasche und Kontakte tausendfach
Ist gelernter Frühaufsteher, morgens um halbfünf schon hellwach

Er hat alles schon gesehen…

Nachverdichtung im Diplomatenviertel

Rausgeschmissen vom Vermieter aus deinem Gemäuer
Dann suchst du eine Bleibe und stellst fest: zur Hölle, ist das teuer!
Selber bauen wär‘ ja schön, aber nicht zu finanzieren
Und man kann ja nicht die ganze Landschaft zubetonieren

Ja, schon praktisch die Idee mit dem Nachverdichten
Doch auf engere und dunklere Ghettos kann ich verzichten
Warum wird nicht dort verdichtet, wo noch nicht alles dicht ist?
Wer will nicht, dass Verdichten in edlen Lagen Pflicht ist?
Wo es dichter werden kann, ist leicht zu erraten:
Kommst du mit ins Viertel der Diplomaten?

Ihr schätzt die Anonymität
Wo an der Tür sonst ein Name steht
Sieht man nur eure Initialen
Exklusiver lässt sich gar nicht prahlen

Wir können uns die Mieten nicht mehr leisten
Bei euch geht’s bloß darum: Wer hat am meisten
Rückt mal zusammen, Millionäre
Das Lumpenpack gibt sich die Ehre

Nachverdichtung im Diplomatenviertel
Gerecht verteilen – darauf kommt es an
Nachverdichtung im Diplomatenviertel
Damit man sich das Leben leisten kann

Müllers, Meiers, Hinz und Kunz in Scharen
Wo bisher nur Exzellenzen waren
Keine Angst, wir wollen euch nicht vertreiben
Ihr dürft mit uns hier wohnen bleiben

In Gründerzeit- und Bauhaus-Villen
Können doch noch viel mehr Leute chillen
Gebt der SeniorInnen-WG das „Go!“
Für den barrierefreien Bungalow

Und dieser alte Wintergarten
Wird ein neuer Kindergarten

Nachverdichtung im Diplomatenviertel
Jetzt Sofort und hier an dieser Stelle
Nachverdichtung im Diplomatenviertel
Ja, wir rücken Euch jetzt auf die Pelle

Schaltet die Alarmanlage aus
Es ist doch Platz genug in diesem Haus
Gewöhnt euch dran, jetzt hier mit uns zu wohnen:
Eigentum soll sich für alle lohnen!

Wir hatten so lang‘ schlechte Karten
Worauf sollen wir denn noch warten?!

Nachverdichtung im Diplomatenviertel
Gerecht verteilen – darauf kommt es an
Nachverdichtung im Diplomatenviertel
Damit man sich das Leben leisten kann

Nur noch dieses Reel

Lasst mich doch tun, was ich mag
Nein, es geht nicht den ganzen Tag
Ich weiß, so ist sie nicht die Welt
Bloß weil mir dieses Short gefällt

Auf Insta, Snapchat und Tiktok
Habt ihr zum Glück ja keinen Bock
Ich seh‘ was läuft und lach‘ mich schlapp
und ihr hängt nur vorm Fernsehen ab
Warum habt ihr Angst, hier läuft was schief?
Haltet ihr mich echt für so naiv?

Nur noch dieses Reel – dann mach‘ ich aus
Nur noch dieses Spiel – dann hör‘ ich auf

Wozu soll ich euch was erklären?
Ihr würdet euch bloß gegen wehren
Nicht alles, was ich schau, ist schlecht
Hey, chillt doch mal, ich komm‘ zurecht!
Ihr sagt, ich käm‘ davon nicht los
Wieso ist eure Angst so groß?

Nur noch dieses…

Mit mir zu reden sei nicht leicht
Ihr merkt bloß nicht, wenn’s mir reicht
Ihr klagt, mir fehlt die Empathie
Worum’s mir geht, kapiert ihr nie!
Ich sei an nichts interessiert
Dazu völlig unkonzentriert

Nur noch dieses…

Ich sei nicht da im Jetzt und Hier
Was wisst ihr eigentlich von mir?
Habt ihr mir jemals zugehört?
Ihr seid doch selber ganz gestört!
Weshalb seht ihr mich in Gefahr?
Was heißt hier „Sucht“? Ich komm‘ doch klar!

Nur noch dieses…

Paranoia ist kein Beruf

Hinterm Fliederbusch oder verdeckt von Altpapier
Du kannst sie nicht sehen, du glaubst, du weißt, sie sind hier
Sie lauern und sie warten nur, dass du dich bewegst
Sie tragen sicher Waffen, die sie ziehen, wenn du dich regst

Diese Angst beschäftigt dich von früh bis spät
Es ist die Angst, um die dein ganzer Tag sich dreht
Und du lebst deine Angst mit wahrer Leidenschaft
Seltsam: deine Angst sie raubt und gibt dir Kraft

Paranoia – ist dein Beruf
Paranoia – ist kein Beruf!
Paranoia – ist dein Beruf

Was fremd und das, was anders ist, hältst du dir lieber fern
Denn spürt man Not, gesellt sich gleich und gleich besonders gern
In Angst und Hass vereint gebt ihr euch einander Halt
Du glaubst, deine Angst gibt dir ein Recht auf Gewalt

So wird deine Angst bald deine zweite Natur
Und du gehst Schritt für Schritt in ihrer Spur
Nicht eine Stunde lässt deine Angst dich los
Du spürst sie gar nicht mehr, sie ist überlebensgroß

Paranoia – ist dein Beruf
Paranoia – ist kein Beruf!
Paranoia – ist dein Beruf

Susanne Klatten

Nach Inflation und Pandemie
sind wir Pleite wie noch nie
Nur für Konzerne gibt es Auffangmatten
Aber uns fehlt Geld, Susanne Klatten

Rechnungen so weit ich seh‘
dir gehört halb BMW
mir nur ein Fahrrad mit zwei Platten
Wir wollen dein Geld, Susanne Klatten!

Dein Reichtum speist sich aus viel Leid
von Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit
Kein Wort von dir zu diesen schwarzen Schatten
Zahl‘ was zurück, Susanne Klatten

Die Welt zum Marktplatz degradiert
hast du von allem profitiert
Höchste Zeit, davon was zu erstatten
Wir wollen dein Geld, Susanne Klatten

Ungleichheit schafft böses Blut
und schürt xenophobe Wut
was besiegt die Fänger der Ratten
Wenn nicht dein Geld, Susanne Klatten?!

Sozialer Frieden weit und breit
braucht materielle Sicherheit
die wir schon vor der Pandemie nicht hatten
Wir wollen dein Geld, Susanne Klatten

Wir wollen dein Geld, Susanne – Geld, Susanne – Geld, Susanne…

Nur weil wir Subventionen zahlen
Könnt ihr mit Gewinnen prahlen
Schluss mit den Milliardärsrabatten
Das ist unser Geld, Frau Klatten!

Statt steuerabziehbarer Spenden
Gib uns deine Dividenden
Warum füttert man denn bloß die Satten?
Wir wollen dein Geld, Susanne Klatten

Ihr unterstellt uns blanken Neid
doch hier geht’s um Gerechtigkeit
Ja, so gesehen wollen wir mehr „Neiddebatten“
und dein Geld, Susanne Klatten

Und schließlich kommt’s auch darauf an:
Gleiches Recht für Frau und Mann
Drum freut’s uns, kommt das Geld auch aus der Hand
deines Bruders, Stefan Quandt

Wir wollen dein Geld, Susanne – Geld, Susanne – Geld, Susanne…


Tanz auf dem Vulkan

In den Straßen schmilzt Asphalt
Nachts brennt der Wald
Das Feuer leuchtet bis zum Mond
Kein Haus ist mehr bewohnt

Das Holz der Bäume birst und es klingt wie ein Schrei
Ein heißer Wind weht die Funken herbei
Wie wohl gelingt des Teufels Plan
Beim Tanz auf dem Vulkan

Überall Asche und Rauch
Die Erdkrume brennt jetzt auch
Feld um Feld verdirbt
Wer nichts geraubt hat, stirbt

Ein Mähdrescher dröhnt, wo Hungernde laufen
Und fährt sie über’n Haufen
Die Welt zwischen Tod und Leben im Wahn
Beim Tanz auf dem Vulkan

Nach dem Sturm die Flut
Es regt sich nicht einmal mehr Wut
Die Reichen sind gut bewacht
Klimatisiert bei Tag und Nacht

In ihre Schutzzone dringt niemand vor
Wächter mit Waffen an jedem Tor
Sie tun, als hätten sie nichts dazu getan
Zum Tanz auf dem Vulkan

Was du nicht kriegst

Du schnappst dir das, was dir gefällt
Krallst dir, wo’s geht, auch schön viel Geld
Wozu sich um die anderen scheren?
Die lassen dich ja auch gewähren!
Und wenn doch wer widerspricht
Schreist du ihnen ins Gesicht
Alle scheuen mit dir den Streit
Ja, dein Terror bringt dich weit
Du bekommst den Hals nicht voll
Du bist und bleibst ein krasser Troll

So fies kann doch niemand sein!
Warum bist du so gemein?
Schlägst alles um dich herum zu Schutt
Was du nicht kriegst, machst du kaputt
Schlägst all das, was dich umgibt, zu Schutt
Was du nicht kriegst, machst du kaputt

Nur ein Feuer brennt in dir
Es ist die materielle Gier
Du gibst nichts ab, teilst nicht mal Zeit
Was daraus folgt, ist Einsamkeit
Du hättest gern, dass man dich liebt
Dir faire Anerkennung gibt
Lieber drischst du auf andere ein
Schlägst dabei alles kurz und klein
Nicht mal dir selbst geht’s dabei gut
was übrig bleibt, ist Frust und Wut

So dumm kann doch niemand sein
Warum bist du so gemein?
Schlägst alles um dich herum zu Schutt
Was du nicht kriegst, machst du kaputt
Schlägst all das, was dich umgibt, zu Schutt
Was du nicht kriegst, machst du kaputt

Alle Texte: Torsten Willner (2003-2026)